EU-Förderprojekt "Vielfalt. Obst-Hügel-Land. 2026"

Das Förderprojekt „Vielfalt. Obst-Hügel-Land. 2026“ (Laufzeit: 01/2026 bis 12/2026, Projekt-Nr. LE-78-03-OOE-2025-52951, Förderwerber: Naturpark Obst-Hügel-Land) soll einen Beitrag zur Eindämmung und Umkehrung des Verlusts an biologischer Vielfalt, Verbesserung von Ökosystemleistungen und zur Erhaltung von Lebensräumen und der Kulturlandschaft im Naturpark Obst-Hügel-Land leisten. Gemäß dem österreichischen Naturpark-Modell sind im Projektzeitraum (Jänner bis Dezember 2026) in allen vier Säulen (Schutz, Erholung, Regionalentwicklung, Bildung) Maßnahmen vorgesehen. Neben Arbeitspaketen zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der landschaftsprägenden Streuobstbestände (inkl. regionaltypischer Obstsorten) und des Naturraums (insb. naturschutzfachlich hochwertige Biotope, faunistische Leitarten) bilden speziell bewusstseinsbildende Initiativen und Veranstaltungen sowie Wissensvermittlung den Schwerpunkt des Vorhabens. 

Ein professionelles Naturpark-Team übernimmt Management, Koordination und Kommunikation mit Landwirten, Schulen, Partnerbetrieben und Besucher:innen. Naturschutzfachliche Betreuungstätigkeiten im Gebiet betreffen die naturpark-typische Streuobst-Kulturlandschaft, sei es durch Fachberatung der Obstbaum-Besitzer:innen, der Unterstützung eines professionellen Pflegeschnitts bei alten Bäumen, die Organisation von Pflanzaktionen oder dem Erhalt spezieller Sorten durch Vermehrung. Im Bereich „Biodiversität, Artenschutz und Naturraummanagement“ gilt der Fokus dem Erhalt und der Erforschung von ökologisch wertvollen Flächen und der Beratung. Definierte Leittierarten und -gruppen sollen weiterhin im Obst-Hügel-Land durch Schutzmaßnahmen und Lebensraumerhalt gefördert und fachlich begleitet werden, etwa die Vogelarten Steinkauz, Wiedehopf und Kiebitz oder die „Bechsteinfledermaus“. Im Bereich der Gewässerökologie soll die Erhebung der Steinkrebsbestände und der Libellenfauna das Grundlagenwissen um besondere Arten im Naturpark erweitern.

Zielgruppe der umfangreichen bewusstseinsbildenden Aktivitäten sind Bewirtschafter:innen, Bewohner:innen und Besucher:innen unterschiedlichen Alters. Geplant ist die nachhaltige Positionierung der Naturpark-USPs „Schartner Kirschen“ und „Samareiner Weberbartlapfel“ durch breitenwirksame Veranstaltungen und die Unterstützung der bäuerlichen Betriebe und Naturparkpartner bei der Produktentwicklung resp. -vermarktung zur Inwertsetzung des Naturparks. Die Wissensvermittlung im Bereich Obstbaumschnitt und -veredelung sowie Flächenpflege ist Basis für den Erhalt der Streuobstbestände. Naturerlebnisangebote, Workshops und Vorträge für Erwachsene und Kinder dienen zur Sensibilisierung und sollen Zusammenhänge zwischen Natur, Landschaft und Bewirtschaftung begreifbar machen. Die Angebote sind in einem jährlichen Naturpark-Veranstaltungsprogramm gebündelt, das sowohl als Broschüre wie auch im Internet verfügbar ist. 

Eine wichtige Zielgruppe bei den bewusstseinsbildenden Angeboten sind Kinder, speziell jene, die Naturparkschulen und -kindergärten in Scharten und St. Marienkirchen besuchen. In Zusammenarbeit mit diesen Einrichtungen sind Projekte, Lehrausgänge in den Naturpark, Workshops, Aktionstage u.v.m. vorgesehen. 

Geplante Maßnahmen zur Informations- und Wissensvermittlung sowie Öffentlichkeitsarbeit sind: Broschüren, Karten, Flyer und Naturpark-Berichte, Messeauftritte sowie zielgruppengerecht aufbereitete Informationen für (digitale) Medien (Website, Social Media, Zeitungen, TV, Radio usw.). 

Voraussetzung für eine nachhaltige Naturparkentwicklung und die Umsetzung der geplanten Aktivitäten ist ein professionelles Naturpark-Schutzgebietsmanagement (Naturpark-Team mit zwei Mitarbeiter:innen). Entsprechend sind Personalkosten für das Gebietsmanagement inkl. Büroinfrastruktur inkludiert. 

Mit einem Gesamtbudget von rund 197.000 Euro leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Biodiversitätsstrategie 2030+ und positioniert den Naturpark als Modellregion für nachhaltige ländliche Entwicklung in Oberösterreich.

Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union und vom Land Oberösterreich gefördert.