Der Naturpark Obst-Hügel-Land engagiert sich seit 2016 gezielt für den Schutz des Kiebitzes. Hintergrund war der starke Bestandsrückgang in Europa – auch in Oberösterreich – infolge der Intensivierung der Landwirtschaft. Im Projektgebiet des Naturparks kamen 2013 noch rund 40–50 Brutpaare vor, mit größeren Kolonien in Leppersdorf (Scharten) und Eben (St. Marienkirchen/Polsenz).
Gemeinsam mit BirdLife Österreich und der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich startete 2016 ein zunächst zweijähriges Projekt, das bis 2022 verlängert wurde. Ziel war es, den Bruterfolg in den Ackergebieten zu verbessern und gleichzeitig das Bewusstsein der Landwirte für die Lebensraumansprüche des Kiebitzes zu stärken.
Zentrale Maßnahmen waren:
Im Mittelpunkt standen praxistaugliche Lösungen für bewirtschaftete Ackerflächen. Besonders wirksam war die Maßnahme „Kiebitz-Zeitfensterflächen“, bei der Teilflächen während der Brutzeit (Mitte März bis Ende Mai) angepasst oder vorübergehend nicht bewirtschaftet wurden. Dadurch konnten mehr Gelege erfolgreich ausgebrütet und die Überlebenschancen der Küken erhöht werden.
Auch das Markieren von Nestern („Ausstecken“) steigerte den Schlupferfolg und förderte die Akzeptanz bei den Landwirten. Mehrjährige Fördermaßnahmen wurden hingegen aufgrund wirtschaftlicher und betrieblicher Einschränkungen kaum angenommen.
Das Projekt gilt als erfolgreiches Pilotprojekt für den Kiebitzschutz in Ackergebieten des nördlichen Alpenvorlandes. Die gewonnenen Erfahrungen und aufgebauten Kooperationen sind heute in das österreichweite Kiebitznetzwerk von BirdLife und dem Verein thema:natur integriert. Damit wird der Schutzansatz im Naturpark Obst-Hügel-Land nicht isoliert fortgeführt, sondern ist nun Teil einer überregionalen Strategie zur langfristigen Sicherung der Kiebitzbestände in Österreich.
Infos über das aktuelle Kiebitzschutzprojekt: www.birdlife.at/vogelschutz/naturschutzaktivitaeten/gemeinsam-fuer-den-kiebitz/
Infos über das Kiebitzschutzprojekt 2016 bis 2022 im Obst-Hügel-Land