Erhebung der Weberbartl-Apfelbäume in St. Marienkirchen/P.

Der Weberbartl-Apfel ist eine Besonderheit für die Gemeinde St. Marienkirchen. Als einer der besten Mostäpfel mit reicher Geschichte soll dieser Apfel auch in Zukunft Samarein prägen.

Der Weberbartl-Apfel als "Alleinstellungsmerkmal" für die Naturparkgemeinde St. Marienkirchen/P.

Der Weberbartl-Apfel wurde als „Alleinstellungsmerkmal“ für die Naturparkgemeinde St. Marienkirchen definiert. Bald kam die berechtigte Frage auf: „Wie viele Weberbartl-Bäume gibt es überhaupt noch in Samarein?“ Die Einschätzungen dazu waren eher skeptisch, etwa „höchstens 100“, „früher waren es wesentlich mehr“ oder „die meisten werden in kommenden Jahren entfernt“.

Kartierung der bestehenden Bäume

Wenn der Weberbartl-Apfel auch in Zukunft für St. Marienkirchen eine Rolle spielen soll, gilt es, einerseits bestehende Bäume zu erhalten und andererseits junge Bäume nachzupflanzen. Zunächst war es wichtig, einen Überblick über den aktuellen Bestand zu erhalten. Deshalb startete der Naturparkverein in Zusammenarbeit mit dem Obstbauverein St. Marienkirchen eine Bestandserhebung der Weberbartl-Apfelbäume. Roman Nachbaur, Lukas Scharinger und Rainer Silber erfassten im Herbst 2017 insgesamt 168 Bäume von 32 Baumbesitzern. Bei den Begehungen wurden folgende Daten erhoben: Standort (per GPS), Alter, Kronen- und Stammdurchmesser, Pflegezustand des Baumes, Nutzung der Äpfel, Pflege der Wiese, Besitzer. Die Bäume wurden fotografiert und auch beschrieben. Eine flächendeckende Erhebung für das gesamte Gemeindegebiet ist aus zeitlichen Gründen nicht machbar, dennoch bringen die Erhebungen wertvolle Informationen, wie es um die Weberbartl-Apfelbäume steht.

Erste Ergebnisse

Rund 80 % der Bäume befinden sich in einem durchschnittlichen Pflegezustand, nur 5 % werden regelmäßig geschnitten. Auffallend ist, dass rund ein Viertel der Bäume von Misteln befallen ist, davon weisen rund 10 % einen starken Mistelbefall auf. Vergreiste Bäume mit viel Totholz (12 %) oder gänzlich abgestorbene Bäume (1 %) sind in der Minderheit, da diese Bäume de facto nicht mehr erfasst wurden. 22 Grundeigentümer wurden von Roman Nachbaur kontaktiert, gaben aber an, keine Weberbartl-Apfel-Bäume (mehr) zu haben bzw. seien diese Bäume in desolatem Zustand und würden in absehbarer Zeit entfernt. Von den erfassten Bäumen sind rund die Hälfte mittleren Alters (50 bis 80 Jahre), auch der Kronendurchmesser (50 % zwischen 7 und 10 m) und der Stammdurchmesser in 1 m Höhe (60 %: 25 bis 40 cm) weisen darauf hin. Der Anteil der jungen Bäume ist (noch) sehr gering: 4 % sind unter 20 Jahre. Jeder fünfte Baum ist hingegen über 80 Jahre. Bei drei Viertel der Bäume wird das Obst selbst geklaubt und verarbeitet, bei weiteren 11 % werden die Weberbartläpfel geklaubt und an Mostproduzenten weiterverkauft. Bei 14 % der Bäume bleibt das Obst ungenutzt liegen. Bei beachtlichen 92 % der Bäume wird der Unterwuchs gemäht und das Mähgut abtransportiert, bei 5 % wird zumindest gemulcht. Nur bei 3 % der Bäume wird der Bereich unter bzw. um den Baum nicht gepflegt.