Erhalt, Entwicklung und Förderung wertvoller Ökoflächen

Besonders hochwertige Lebensräume im Naturpark Obst-Hügel-Land sollen mittels freiwilligem Vertragsnaturschutz erhalten bzw. weiterentwickelt werden. Ab Frühjahr 2020 werden Landwirte kontaktiert.

Die beste Maßnahme zum Schutz gefährdeter Pflanzenarten, Insekten oder Wildtieren ist es, die noch bestehenden natürlichen Standorte und Lebensräume zu erhalten oder - wenn möglich - durch Bewirtschaftungsmaßnahmen wieder herzustellen. Nach Rücksprache mit der Abteilung Naturschutz sollen verstärkt auch im Naturpark Obst-Hügel-Land „besonders hochwertige“ und „hochwertige“ Ökoflächen (sogenannte „Mangelbiotope“) gesichert bzw. verbessert werden, z.B. Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Feuchtwiesen, artenreiche Säume und Böschungen, Tümpel oder Teiche. Dadurch soll dem zunehmenden Artenrückgang infolge intensiver Nutzung und Kultivierung der Landschaft entgegen gewirkt werden.

Vorgehensweise

Die Vorauswahl potentieller Flächen wird auf Basis der vorhandenen Biotopkartierung vorgenommen. Ab dem Frühjahr 2020 werden zwei ÖkologInnen (DI Daniela Hofinger, Dr. Albin Lugmair) Gespräche mit Grundeigentümern bzw. Bewirtschaftern führen und Begehungen vornehmen.

Freiwilliger Vertragsnaturschutz

Sollte sich eine Fläche als geeignet herausstellen, besteht die Möglichkeit, eine Prämie für eine definierte Bewirtschaftung zu erhalten. Da die Förderung über ÖPUL (d.h. Neueinstieg Naturschutzmaßnahme, WF - wertvolle Flächen) aufgrund der auslaufenden Förderperiode nicht mehr möglich ist, werden direkte Vertragsnaturschutzmaßnahmen mit dem Land Oberösterreich angestrebt: zum einen der „Pflegeausgleich für ökologisch wertvolle Flächen“, zum anderen eine „Kleinstflächenförderung“. Der Vertragszeitraum wird sich auf zumindest 5 Jahre erstrecken. Die Prämie pro Hektar und Jahr errechnet sich aus dem Ertragsniveau der Fläche in Verbindung mit den vereinbarten Auflagen. Für Kleinstflächen gibt es eine Sockelförderung.

Bewirtschaftungsmaßnahmen und -auflagen nach Vereinbarung

Um eine Förderung in Anspruch nehmen zu können, sind Voraussetzungen zu erfüllen, wie der Verzicht auf Dünger und Pflanzenschutzmitteln auf diesen Flächen, keine Aufforstung, keine Geländekorrekturen und keine Entfernung von Landschaftselementen. Die Bewirtschaftungsmaßnahmen selbst werden in Absprache mit den Ökologen vereinbart. Meist sind das je nach Fläche gewisse Schnittzeitauflagen oder Pflegemaßnahmen. Bei hochwertigen Feucht- und Wasserlebensräumen wie Tümpeln und Teichen kann auch die Instandsetzung gefördert werden, etwa das Ausbaggern verlandeter Bereiche.