Heimische Steinkrebse im Naturpark: Wertvolle Bestände entdeckt

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Der heimische Steinkrebs ist im Naturpark Obst-Hügel-Land nach wie vor zu Hause. Eine 2026 durchgeführte Erhebung des Büros blattfisch e.U. zeigt jedoch ein gemischtes Bild: In zwei der zwölf untersuchten Gewässer konnten Steinkrebse nachgewiesen werden. Gleichzeitig wurden in zwei Gewässern invasive Signalkrebse festgestellt, die eine erhebliche Gefahr für die heimischen Bestände darstellen.

Besonders erfreulich ist der Nachweis einer vitalen und sich selbst reproduzierenden Steinkrebspopulation im Grabenbach. Mit 32 Tieren pro 100 Meter und einem ausgewogenen Altersaufbau weist sie eine stabile Bestandsstruktur auf. Aufgrund ihrer hohen Bestandsdichte, der erfolgreichen Fortpflanzung und des geeigneten Lebensraums wurde sie als Archepopulation des Naturparks Obst-Hügel-Land eingestuft. Damit kommt ihr eine besonders hohe Bedeutung für den Natur- und Artenschutz zu.
Auch im Oberlauf des Planbaches wurde eine kleine, reproduzierende Steinkrebspopulation entdeckt. Der Bestand gilt als erhaltenswert, ist allerdings durch Feinsedimente und eine geringe Strukturvielfalt des Gewässers gefährdet.

Signalkrebs und Krebspest als größte Gefahr

Besonders kritisch ist die Ausbreitung des gebietsfremden Signalkrebses. Dieser wurde im Bach von Leopoldsberg und im Aibach nachgewiesen. Neben der Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen besteht vor allem die Gefahr der Übertragung der Krebspest, die für heimische Flusskrebse in der Regel tödlich verläuft. Die Nähe der Signalkrebsbestände zu wertvollen Steinkrebsvorkommen macht rasches Handeln notwendig.
Auch die Qualität der Gewässer ist entscheidend: Viele der untersuchten Bäche weisen erhöhte Feinsediment- und organische Belastungen auf. Gleichzeitig fehlen teilweise strukturreiche Lebensräume und geeignete Verstecke. Hinzu kommen die Auswirkungen zunehmender Trockenperioden. Im Kronbergbach, wo 2012 noch Steinkrebse nachgewiesen wurden, war der untersuchte Abschnitt aktuell über weite Strecken ausgetrocknet.

Die beiden Hauptfließgewässer im Naturpark, der Innbach und die Polsenz, wurden bei der Erhebung nicht berücksichtigt, da in diesen beiden Gewässern der Signalkrebs mittlerweile weit verbreitet ist.

Schutzmaßnahmen geplant

Aus der Erhebung ergeben sich konkrete Maßnahmen: Der Lebensraum im Grabenbach soll durch zusätzliche Strukturen wie Totholz, Wurzelstöcke und größere Steine verbessert werden. Im Planbach soll ein standortgerechter Ufergehölzstreifen die Beschattung und Pufferwirkung verbessern. Zudem sollen die Gefährdung durch den Signalkrebs genauer untersucht und die Situation im historisch besiedelten Kaltenbach näher erforscht werden. Mit Informationsangeboten und Exkursionen soll außerdem das Bewusstsein für die heimischen Flusskrebse und ihre Lebensräume gestärkt werden.

„Die Steinkrebspopulation im Grabenbach ist ein besonderer Schatz unserer Naturparkregion. Die Erhebung zeigt aber auch, dass wir jetzt handeln müssen, um diese wertvollen Bestände langfristig zu sichern“, betont Rainer Silber (GF Naturpark Obst-Hügel-Land).

Projektbericht zum Download

Dieses Projekt wurde durch EU und Land Oberösterreich aus Mitteln der Ländlichen Entwicklung unterstützt. 

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Adulter Steinkrebs im Planbach

Der Grabenbach