Schartner Kirsche trifft Weberbartl-Apfel

Im letzten Jahr setzten sich die drei oberösterreichischen Naturparke im Zuge eines Projektes mit ihren Besonderheiten („Alleinstellungsmerkmale“ oder „USP“) auseinander. 

Ein gemeinsamer Produktentwicklungsprozess

Im Juni 2016 startete ein Projekt, um die Alleinstellungemerkmale in den oberösterreichischen Naturparken zu identifizieren und daraus innovative touristische Angebote und bäuerliche Produkte zu entwickeln. Das Vorhaben wurde vom Land Oberösterreich finanziert und von zwei Tourismus- bzw. Marketing-Expertinnen (Andrea Adler-König und Maria Pusswald-Ganschitter) begleitet. Im Natuurpark Obst-Hügel-Land wurden drei Workshops zu verschiedenen Themen organisiert:

(1) Analyse bestehender Produkte und ihrer Vermarktung

(2) Spezifische Alleinstellungsmerkmale im Naturpark Obst-Hügel-Land

(3) Entwicklung von konkreten Produkten und Dienstleistungen

Bei den Workshops setzten sich jeweils rund 10 bis 15 Naturpark-Kenner intensiv mit den Besonderheiten im Obst-Hügel-Land auseinander. Bei zusätzlichen gemeinsamen Terminen aller drei Naturparke in Linz wurde die Ergebnisse diskutiert und auch naturparkübergreifende Strategien entworfen, etwa Ideen für eine gemeinsame Vermarktung oder eine Naturpark-App.

Das Projekt läuft noch bis Mai 2017. Wichtige Ergebnisse liegen jedoch bereits vor:

Schartner Kirschen und Weberbartl-Apfel

Das Finden eines einzigen Alleinstellungsmerkmals für den Naturpark Obst-Hügel-Land stellte die Workshop-Teilnehmer vor eine Herausforderung. Unser Naturpark lässt sich gar nicht so einfach auf ein Thema komprimieren. „Streuobst“ oder „Most“ würden sich auf den ersten Blick anbieten. Doch es gibt viele Regionen in Österreich, die damit werben und sich als Most- bzw. Streuobstregion sehen, etwa das Mostviertel.  Aus diesem Grund galt es, speziellere Besonderheiten herauszufinden. Wofür steht der Naturpark Obst-Hügel-Land? Wofür sind die beiden Naturpark-Gemeinden schon bisher bekannt? Welche Themen haben das Potential für touristische und nicht-touristische Produkte? Angesichts dieser Fragen ist die Entscheidung in Zukunft noch stärker auf die (zwei) Alleinstellungsmerkmale „Schartner Kirschen“ und „Weberbartl-Apfel“ zu setzen, hoffentlich nachvollziehbar. Diese beiden Themen werden bei der Bewerbung des Naturparks ins „Schaufenster“ gestellt ohne andere Produkte und Stärken deswegen zu vernachlässigen (z.B. Schartner Marillen, Tafeläpfel, Most, Säfte und andere Spezialitäten, Obstsortenvielfalt, Streuobstwiesen als Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und als Erlebnisraum für Menschen). Sowohl die Schartner Kirschen als auch der Weberbartl-Apfel haben eine lange Tradition und bieten spannende Hintergrundgeschichten. Bei beiden Besonderheiten können wir auf etliche bereits bestehende Angebote in den Naturparkgemeinden aufbauen. Das sind in Scharten u.a. der Kirschblütenwanderweg, die Kirschblütenwanderung, das Schartner Kirschenfest, verschiedene Kirschen-Produkte (Frischkirschen, Marmeladen, Edelbrände, Liköre, Kirsch-Secco, Kirschenbier, Kirschschokolade) oder Führungen auf Kirschenhöfen. In St. Marienkirchen/Polsenz drehen sich einige Angebote direkt oder indirekt um den Weberbartl-Apfel, wie z.B. der Weberbartlweg, die Weberbartl-Apfel-Wanderung, das Mostmuseum, der Obstlehrgarten, Produkte (Weberbartl-Most, -Saft, -Frizzante, -Marmelade) oder Betriebsführungen auf Mosthöfen. 

Ideen, neue Produkte und Angebote

Bei der Entwicklung neuer Produkte und Angebote wurde der Kreativität der Teilnehmer freier Lauf gelassen. Die Ideen wurden hinsichtlich ihrer Markttauglichkeit und Umsetzungschance vorgeprüft. Die Vermarktung und Qualitätssicherung zukünftiger Produkte wurde ebenfalls thematisiert. 

Eine Auswahl an neu geplanten Angeboten und Maßnahmen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Bei sämtlichen Vorhaben wurde auch berücksichtigt, welche positiven Effekte diese auf die Biodiversität und die Wertschöpfung im Naturpark Obst-Hügel-Land haben.